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Welcome to our echo chamber.

Die Nacht der Freundschaft

[written by Eva]

Grace Glanzflügel schwebte fast lautlos durch den Wald. Ihr seidiges Haar flatterte im Wind sanft um ihr Gesicht. Vor sich erkannte sie etwas, ein Insekt, wie sie feststellte, als sie das kleine Etwas mit Klangblitzen bewarf. Sie bewegte die Flügel noch schneller und gewann rasch an Geschwindigkeit. Noch fünfzig Zentimeter…noch vierzig…der Wind rauschte durch ihren Ring, den sie um den Flügel trug. Weil sie die Tochter von zwei Ältesten war, war sie deshalb nicht verbannt worden. Doch oft war das Metallstück sehr hinderlich, zum Beispiel bei der Jagd, so wie jetzt. Das Pfeifen war laut genug zu hören und tat in Grace’ feinen Ohren weh. Auch die Motte hatte es bemerkt. Pfeilschnell sauste sie in die entgegengesetzte Richtung, weg von der Jägerin. Grace versuchte noch, sie einzuholen, doch plötzlich schoss aus dem Gebüsch etwas anderes hervor, fast so groß wie sie selbst, und schnappte ihr die köstliche Zwischenmahlzeit gerade noch vor der Nase weg. „Aaron, du Idiot, das war meine!“ Der Glanzflügel wandte sich um, ein hämisches Grinsen auf dem Gesicht. „Tja, ich bin hier eben der bessere Jäger unter uns, du kleine Zicke.“ Aaron war wohl das einzige junge Männchen, das Grace nicht die ganze Nacht verfolgte, einfach nur um ihr aufzufallen. Sie war sehr begehrt bei den Jungs, und sie wusste es auch. „Red nicht so mit mir“, gab sie ihm eiskalt zurück. Nun grinste ihr Gegenüber nur noch breiter. Ihm konnte wirklich nichts die Laune verderben. Grace hasste diese Visage mehr als alles andere. Am liebsten hätte sie Aaron sein schmieriges Lächeln kurzerhand vom Gesicht geprügelt. „Werden wir etwa sauer?“, feixte er. Tief durchatmen, Grace, nicht den Verstand verlieren, es ist nur ein Anfall…einatmen…ausatmen… Natürlich funktionierte es nicht. Sie explodierte. „Schnauze, du unbedeutendes kleines Würmchen!“, fauchte sie ihn an. „Deine beschränkten Bemerkungen interessieren hier wirklich kein Schwein! Ich hab die Nase gestrichen voll von dir und deinem ewigen, coolen Gehabe, du bist wirklich…“ „Wuaahhhh!“ Ein Schrei unterbrach Grace, und angesichts des Wortes, das sie schon auf der Zunge gehabt hatte, war das wahrscheinlich auch ganz gut so. Hektisch sah sie sich um. „Hast du das gehört?“ Selbst Aaron hatte jetzt aufgehört zu grinsen, auch er sah sich erschrocken um. „Ja…“ „Was war das?“, fragte Grace verängstigt. „Woher soll ich denn das wissen, Süße?“, gab Aaron in seiner typischen, nervtötend gelassenen Art zurück. Er blickte zu Boden. „Oder warte, kann sein, dass ich es doch weiß…“ Grace folgte seinem Blick. Zuerst konnte sie nicht glauben, was sie da sah. Unten, auf einem Laubbett, lag ein winziges Luchsbaby mit wolligem, gelblichem Fell. „Wie süüüüß!“, entschlüpfte es Grace. Aaron verdrehte die Augen und seufzte genervt. „Mädels…“ Grace hätte ihn sicher mit dem Flügel geohrfeigt, doch diese Bemerkung hatte sie schon gar nicht mehr wahrgenommen. Sie ließ sich in Spiralen von der Schwerkraft zur Erde ziehen und steuerte auf das Jungtier zu. Aaron erkannte gerade noch rechtzeitig, was sie vorhatte. Er setzte ihr nach und packte sie am Flügel. „Bist du noch übergeschnappter als sowieso schon?“, zischte er ihr zu. „Weißt du, was du da tust?“ Sie legte den Kopf schief. „Nein und ja, in der Reihenfolge“, antwortete sie gelassen. „Und jetzt lass los!“ Nun wurde ihre Stimme wieder wütend. Sie riss ihren Flügel so fest nach hinten, dass der völlig unvorbereitete Aaron ihn nicht festhalten konnte. Er schaltete zwar schnell und versuchte, sie erneut festzuhalten, doch sie reagierte noch rascher. Sie trat ihm so hart in die Magengegend, dass er sich zusammenkrümmte, nach unten trudelte und sich schließlich stöhnend auf einem Ast niederließ. Grace landete neben den Pfoten des kleinen Luchses. „He, Kleiner, ich tu dir nichts“, flüsterte sie zärtlich. Er sah sie nur an. Dann stieß er einen seltsamen, quietschenden Laut aus, und schlug mit der Tatze nach ihr. Grace war erstarrt vor Schreck, nicht in der Lage wegzufliegen, doch da krachte ein Körper von ihrer eigenen Größe in sie hinein und rammte sie zur Seite. Der Kleine schlug ins Leere. Gracee Heidi gesprochen, nun ergriff Jean das Wort. „Grace Carina Glanzflügel, du weißt, was dich jetzt erwartet? Nun können dir auch deine Eltern nicht mehr helfen!“ Grace spürte Tränen in den Augen, unterdrückte sie aber tapfer. „Der Kleine braucht mich!“, sagte sie mit fester Stimme. „Ihn zurückzulassen wäre falsch gewesen!“ „Ihn mitzunehmen aber auch! Es gefährdet die ganze Kolonie! Und jetzt verabschiede dich von deiner Mutter – für immer! Das Gleiche gilt für dich, Aaron.“ Das traf Grace noch härter als ihre eigene Verbannung. Er hatte doch schließlich nichts getan! Aarons Unterkiefer klappte nach unten, er schien unfähig, irgendwie zu reagieren. „Lasst ihn, er hat nichts damit zu tun“, sagte sie mit kalter Stimme zu den Ältesten. „Das mag sein, Grace, doch allein, dass er davon gewusst hat, ohne zu uns zu kommen und uns zu unterrichten, zieht ihn genauso tief in die Sache hinein wie dich.“ „Das habt ihr ja nicht nötig gehabt, oder? Ich meine, ihr habt es auch prima ohne ihn herausgefunden. Ihr wollt doch nur zickig sein, oder?“ Erst als die Worte draußen waren, begriff sie, wie weit sie den Bogen jetzt überspannt hatte. Jeans Augen verengten sich zu Schlitzen. „Verschwindet!“, zischte sie. Grace streckte die Nase in die Höhe. „Wie ihr wollt. Komm, Aaron!“ Sie zog ihn mit sich, sehr darum bemüht, gegen den Marathon an Gefühlen, der in ihrem Inneren wütete, anzukämpfen. Wut, Hass, Verwirrtheit, Stolz und grenzenlose Traurigkeit stritten sich um ihr Herz. Aaron flatterte ihr nach, Bobo tapste tollpatschig hinter den Fledermäusen her. Erst als sie außer Sicht der Höhle waren, gab sich Grace ihren Gefühlen hin und begann hemmungslos zu weinen. Ich werde sie nie wieder sehen…Mami…Papi… Aaron legte den Flügel um sie, sie spürte, wie eine warme, salzige Träne, die nicht ihre eigene war, durch ihr Fell lief. Sie schmiegte sich an ihn, sie fühlte sich schrecklich. Er hatte nichts getan, versucht, es ihr auszureden. Nur weil er nicht sofort gepetzt hatte… Auch Bobo schien zu spüren, dass etwas passiert sein musste, denn er legte den Kopf in die Pfoten und gab keinen Mucks von sich. Erst als der Morgen dämmerte, begannen die Fledermäuse nach einem Unterschlupf zu suchen, den sie in einem Astloch schließlich fanden. Der Luchs legte sich an den Fuß des Baumes. Grace hängte sich an die Decke. Sie bemühte sich, einzuschlafen, doch wirre Gedanken hielten sie noch bis lange in die Nacht hinein wach. Als ihr endlich die Augen zufielen, war es schon fast Mittag. Sie schlief auch nicht besonders gut, Alpträume suchten sie den ganzen Tag heim. So war sie beinahe froh, dass Aaron sie am Abend weckte. Mühsam zog sie die Augen auseinander, mit dem Gefühl, vollkommen gerädert zu sein. „Wir sollten uns etwas zum Essen suchen und uns überlegen, wo wir den Winter verbringen können, bald beginnt es zu schneien.“ Einen Moment begriff die Glanzflügelin gar nicht, was los war. Dann überkam sie die Erinnerung. Ehe sie wieder in Tränen ausbrechen konnte, rappelte sie sich hoch. „Ja, ja, machen wir das…“ Ein Schrei zerschnitt die abendliche Stille. „Oh, verdammt, Bobo hat ja auch Hunger…“ „Sag mal, was willst du dem eigentlich zum Fressen besorgen?“, fragte Aaron ratlos. „Insekten?“, schlug Grace vor. Der andere aber schüttelte den Kopf. „Das klappt nicht, Gracy.“ Einen Moment wollte sie auffahren, er solle sie nicht so nennen, doch dann merkte sie, wie gut ihr diese freundschaftlichen Worte taten. Sie nickte. „Und was sollen wir tun?“ „Gracy, sieh’s ein, du kannst ihn nicht behalten, wir müssen ihn zu anderen Luchsen bringen. Wir können sonst nichts tun…“ In ihre Augen stiegen wieder die Tränen, so sehr sie auch versuchte, sie zu unterdrücken. „Meine Eltern habe ich verloren, nun soll er auch noch gehen, dann habe ich niemanden mehr…“ „Du solltest überlegen, was ist für ihn das Beste, nicht, was würde die am Besten in den Kram passen“, wies Aaron sie zurecht. Zerknirscht nickte sie. „Hast ja recht…Und wo kriegen wir andere Luchse her, du Superhirn?“ „Wir bringen ihn zum derzeitigen Führer der Luchse, er wird sich um ihn kümmern.“ „Pfff…als könnten Männer mit Kindern umgehen“, murrte die Glanzflügelin, verstummte aber unter einem scharfen Blick ihres…Gehilfen? Mitstreiters? Begleiters? Freunds? Sie beschloss, später darüber nachzudenken. „Ja, bring ihn weg…“ Sie ließ sich vom Ast fallen und flog weg. Einfach nur weg. Ein anderer Glanzflügel tauchte vor ihr auf. „Hey, pass gefälligst auf, wo du hinfliegst, du…“ „Du hast mir gar nichts zu sagen, Beschmutzte!“, fuhr ihr der andere, ein Weibchen, drein. Grace erkannte die Stimme. „Melina! Cousinchen!“ „Ich bin nicht deine Cousine, jetzt nicht mehr…“ Damit flog die andere weg. Das machte Grace ihre Lage so deutlich wie nichts zuvor. Sie und Melina hatten sich immer bestens verstanden… Sie hängte sich an einen Ast und weinte wieder. Sie hatte das Gefühl, sich schon vollkommen leer geweint zu haben, doch immer, wenn sie dachte, ihre Augen wären langsam ausgetrocknet, kamen immer wieder neue Tränen nach. Sie wusste nicht, wie lange sie so dagehangen hatte, doch es musste viel Zeit vergangen sein, als Aaron zurückkam. „Er ist jetzt sicher“, erklärte er. Sie nickte. „Ach ja, der Luchskönig wollte dich sprechen, Gracy.“ Wieder konnte sie nur nicken. Zusammen mit Aaron flog sie los, in ein Gebiet, in dem sie noch niemals zuvor gewesen war. Alle Eltern warnten ihre Kinder davor, hier hinzugehen, und jeder nahm diese Warnung mehr als nur ernst. Sie sah sich um. Das Gebiet hier war viel verwilderter als der Wald, den Grace bisher kannte. Sie hatten Mühe, überhaupt durchs Dickicht fliegen zu können. Nach wenigen Minuten erreichten sie eine Lichtung. Sie sah leer aus, doch Aaron stupste Grace an und deutete in eine Richtung. Sie schickte Echostrahlen los und erkannte eine gewaltige, beeindruckende Silhouette. „Kniet nieder!“, befahl eine tiefe Stimme. Aaron zögerte nicht zu gehorchen und sogar Grace spürte, dass es besser war, sich zu fügen. Sie ließ sich zu Boden sinken und spürte die forschenden Blicke des Luchskönigs geradezu im Nacken. „So“, begann er nach einer Weile. „Du bist also das Fledermausmädchen, das Nightshade gerettet hat?“ Nightshade…Nachtschatten…was für ein schöner Name…aber für mich wirst du immer Bobo bleiben… „Ja, Euer Majestät, das bin ich.“ Er nickte anerkennend. „Ich hänge sehr an meinem Neffen Nightshade, wie alle Luchse dieses Kind mit seinem sonnigen Gemüt lieben, das musst du wissen. Und ich weiß, dass ich für das ganze Rudel spreche, wenn ich sage, wir stehen tief in deiner Schuld, Glanzflügelin.“ Grace schluckte. Das hatte sie nicht erwartet, ebenso wenig wie Aaron. Ihm klappte der Unterkiefer herunter. Seine neue Freundin hatte ihre Fassung schneller wieder zurück und nickte. „Danke, Hoheit. Doch ich habe es gern getan.“ „Ja, aber bereust du es noch immer nicht?“, fiel ihr Aaron ins Wort. „Nach allem, was geschehen ist?“ Das Gesicht der Luchskönigs wurde nachdenklich. „Wieso, was ist denn geschehen? Hatte die Rettungsaktion unangenehme Folgen für euch?“ Ach was, ist keine Sache, dachte Grace, doch bevor sie diesen Gedanken aussprechen konnte, redete ihr Begleiter schon wieder. „Ja, allerdings, und wie! Dank diesem kleinen Rotzlöffel hier wurden wir nämlich aus unserer Kolonie ausgestoßen!“ „Aaron!“ Beinahe entsetzt über seine Wortwahl stieß ihm Grace den Flügel in die Rippen, den mit dem Ring dran. Er keuchte. „Nicht in diesem Ton über Bo…ich meine, Nightshade!“ „Mit Rotzlöffel meinte ich auch eher dich“, konterte er stöhnend. Grace war schlau genug, in der Gegenwart des Königs auf eine Antwort zu verzichten. Sie wäre auch gar nicht dazu gekommen. Der Luchskönig legte den Kopf schief. „So? Gut, dass du mir das gesagt hast, Glanzflügel. Habt ihr schon eine neue Heimat gefunden?“ Grace schüttelte den Kopf. „Nicht direkt, aber…“ Weiter kam sie gar nicht. „Nun, natürlich biete ich euch an, bei uns in der Luchshöhle zu bleiben, das ist das Mindeste, was ich für euch tun kann.“ Begeistert nickte Grace. „Ja, sehr gerne!“ „Oh nein, oh nein, oh nein!“, rief Aaron. „Zwischen Raubtieren könnte ich nicht schlafen, ich hätte keine ruhige Minute, ihr trachtet uns doch alle nach dem Leben, ein Imbiss für zwischendurch, ja, das wären wir für euch…“ So wetterte er noch ein, zwei Minuten weiter. Der König versuchte öfters, etwas einzuwerfen, doch der Glanzflügel war so in Rage, dass er ihn gar nicht zu Wort kommen ließ. Grace war es schließlich, die mit einem Seufzer, aber trotzdem lächelnd, seinen unfreundlichen Sermon unterbrach. „Gut, wie du willst, Aaron. Aber nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich trotzdem mitgehen werde, du kannst ja hier bleiben, wenn du unbedingt willst. Wo liegt diese Höhle, Hoheit?“ Sie zwinkerte ihm zu, stellte es aber so an, dass Aaron das Lidzucken nicht sehen konnte. Etwas irritiert nickte der König, hatte sich aber fast sofort wieder in der Gewalt. „Folge mir!“ Er nahm Bobo am Nacken und trug ihn mit sich. „Gut, geht doch, ich komme auch allein klar!“ Wenn du dich da mal nicht irrst…, dachte Grace noch grinsend. Aber Aaron blieb tatsächlich zurück, während die beiden anderen sich entfernten und zwischen den Bäumen verschwanden. Er sah sich um. Es war nebelig heute Nacht, der Nebel schien seine Finger nach ihm auszustrecken und trübte sowohl seinen Blick als auch sein Klangsehen. Irgendwo im Gebüsch raschelte es, doch er konnte nicht erkennen, woher genau der Laut kam. Ihm war, als würde er von irgendwoher einen Schrei vernehmen, den Angriffslaut eines Jägers, und als er die Lichtung mit seinen Klängen suchend abtastete, war ihm, als hätte er einen Schatten vorbeihuschen sehen…Als er noch einmal hinsah, war da nichts mehr, doch die Angst blieb. Als er erneut ein Geräusch hörte, fuhr er herum. Er konnte rot glühende Augen erkennen und dürre, knochige Hände, die sich nach ihm ausstreckten, begleitet von einem scharfen Zischen. Er schrie gellend auf und schoss in die Richtung, in der die anderen verschwunden waren. Nach wenigen Flügelschlägen hatte er sie schon eingeholt. „Wartet, ich hab es mir anders überlegt, ich will doch mitkommen!“, rief er leicht hysterisch. „Nanu, woher kommt denn plötzlich diese Meinungsänderung?“, fragte Grace amüsiert. „Nun, irgendjemand muss doch auf dich aufpassen“, erklärte Aaron, schon wieder ganz der alte Großkotz. „Ahja, sicher, du große, starke Fledermaus“, kicherte die Glanzflügelin. Sie machten sich wieder auf den Weg, immer dem König hinterher. Noch eine ganze Weile grinste Grace in sich hinein. Nicht umsonst war sie von anderen Jungtieren oft „Königin der Echos“ genannt worden. Ihre Echoprotektion war wieder einmal ein voller Erfolg gewesen…Auf dem Weg bemerkte Grace, dass sie sich der Höhle der Glanzflügel näherten, sie schien nicht weit vom Heim der Raubkatzen entfernt zu sein. Sie brauchten nicht lange, um bis zur Luchshöhle zu kommen, doch wären die Fledermäuse allein gewesen, dann wären sie glatt daran vorbeigeflogen. Der Eingang war ein rundes Loch in der Erde, gerade so groß, dass der Luchs hindurchpasste. Da es senkrecht nach unten ging, musste er sich fallen lassen. Es war mit Zweigen und Blättern abgedeckt und so gut getarnt, dass ein Unwissender es niemals erkannt hätte. Grace flog hinter Aaron hinein. Zuerst stockte ihr der Atem. Sie hatte einfach eine kleine Höhle erwartet, doch das war es nicht, ganz und gar nicht. Was sie hier vor sich sah, war fast ein kleiner Saal. Mehrere Tunnels führten weg davon, in andere Räume. Grace schätzte, dass es noch irgendwo einen Ausgang geben musste, denn der Eingang war zu steil, als dass hier ein Vierfüßler hätte hinaufkommen können. All das war nur so groß, dass die Luchse sich gerade frei bewegen konnten, doch für die Glanzflügel erschien es riesig. In die Wände waren Ornamente eingeritzt, Muster, die sie noch nie gesehen hatte. Im Raum waren noch andere Luchse, viele. Grace schätzte, dass es mindestens das halbe Rudel sein musste. Ein gehauchtes „Wow!“ entrang sich ihrer Kehle. Sie sah zu Aaron hinüber und spürte, dass auch er beeindruckt war. Der König setzte Bobo vorsichtig ab. „Na, da staunt ihr, wie?“, fragte er amüsiert. Die beiden konnten nur nicken. Der König erhob die Stimme. „Luchse! Kommt alle in den Thronsaal, ich habe euch etwas zu verkünden!“ Jeder einzelne hier gehorchte. Grace war beeindruckt. In der Kolonie zu Hause lief es ganz anders, die Ältesten brauchten viel länger, um sich durchzusetzen. Alle drängten sich durch einen Gang, den eindeutig größten, prächtigsten von allen. Zuletzt folgte der König mit Bobo, die Fledermäuse dicht hinter ihm. Geheuer waren ihnen die vielen Raubkatzen nicht, nicht einmal Grace, geschweige denn Aaron. Es war dunkel hier, doch dank des Klangsehens war das überhaupt kein Problem. Der Raum am Ende des Gangs war noch größer als der erste, an seinem Ende war aus Erde etwas aufgeschichtet, was ein bisschen an einen Stuhl erinnerte. Der König ließ sich darauf nieder, Bobo neben ihm. Die Glanzflügel hängten sich in Ermangelung eines besseren Platzes über ihm an die Decke. Laut war es hier, alle Anwesenden tuschelten, was das denn zu bedeuten haben könne. Als der König sich räusperte, verstummten sie augenblicklich. „Ihr Luchse!“, begann er. „Meine Schwester, Prinzessin Silvia, wurde von Menschen getötet!“ Nun setzte das Getuschel wieder ein, außerdem noch empörte Rufe und gelegentlich ein Schluchzer. Der König verschaffte sich Aufmerksamkeit, indem er die Pfote hob. „Sie hat ihren Sohn Nightshade hinterlassen, er ist am Leben. Doch er wäre es nicht mehr, hätten nicht diese beiden Glanzflügel ihn gerettet.“ Er deutete nach oben. Alle starrten sie an. Grace und Aaron spürten die anerkennenden Blicke beinahe auf der Haut. „Für diese Rettungsaktion wurden die beiden aus ihrer Kolonie ausgestoßen. Und deshalb ist es unsere Pflicht, ihnen Unterschlupf zu gewähren. Wer etwas dagegen hat, soll es sagen!“ Niemand meldete sich. „Gut. Dann werden wir in Zukunft zwei Fledermäuse bei uns haben, und ich befehle euch, seid freundlich zu ihnen, denn sonst…“ Ein ohrenbetäubendes Brummen schnitt ihm das Wort ab, gefolgt von dröhnenden Stimmen und Schlägen, die Donner gleichkamen. Die Erde bebte, ganze Brocken von ihr fielen von Wänden und Decke. Niemand schien fähig, sich zu rühren, alle waren vor Schreck wie gelähmt. Aaron fand als erster die Fassung wieder. „Alle hier raus!“, schrie er. Seine Stimme überschlug sich vor Panik, doch ihr gellender Klang riss die anderen zurück in die Wirklichkeit. Er und Grace spannten die Flügel und zischten los, der König nahm Bobo unsanft ins Maul und folgte ihnen hinaus, alle anderen hinterher. Sie nahmen nicht denselben Weg zurück, sondern bogen ein paar Mal ab, dann kamen sie, wie Grace schon vermutet hatte, zu einem anderen Loch in der Decke, zu dem eine nicht besonders steile Rampe hinaufführte. Die Luchse drängten sich durch den Ausgang, zuletzt kamen die Glanzflügel. Grace erstarrte, kaum dass sie sich umgeblickt hatte. Von hier aus konnte man die Höhle der Glanzflügel gut erkennen, sie war nur etwa hundert Flügelschläge entfernt. Aber nicht nur das: Unbeschreiblich riesige Metallmonster standen nicht weit davon, eindeutig Menschenwerkzeuge. Die dazugehörigen Menschen waren nicht weit entfernt, direkt neben dem Baum ihrer Kolonie. Zwei waren es. Sie hielten ein glänzendes, messerscharfes…Ding...in den Händen. Und zu Grace großem Schrecken fuchtelten sie damit am Baum herum! Sie bohrten das Ding tief in seine Rinde, soweit sie es erkennen konnte, versuchten die Menschen, den Stamm zu durchtrennen! Wo war die Kolonie? Grace vernahm verzweifelte Schreie und erkannte, dass die Glanzflügel wohl noch in der Höhle sein mussten, unfähig, hinauszufliegen, weil der Ausgang blockiert war. Wenn sie aber drinnenblieben und der Baum umfiel, würden sie mit Sicherheit alle erschlagen werden! Grace warf einen Blick durch das Astloch, und tatsächlich konnte sie orangefarbenes Fell sehen. Sie blickte zu Aaron. Er schien die Gefahr ebenfalls erkannt zu haben. „Gracy…“, stammelte er. Sie hörte es aber gar nicht. Mutter…und all die anderen…Die Verbannung war vergessen, nur noch diese Gedanken zählten. „Hoheit, wir…wir müssen etwas tun!“, schrie sie panisch. Sie musste sehr laut sprechen, um den Lärm zu übertönen, den diese Geschöpfe machten. „Wozu denn?“, erhielt sie als Antwort. „Das ist doch nur ein alter morscher Baum, sie sollen ihn umhauen mit ihrer Säge.“ Säge? Heißt so dieses Ding, das sie da bei sich haben? Es war Grace egal, sie wusste nur, dass sie sehr schnell handeln musste, wollte sie nicht zu spät kommen. „Majestät, das hier ist das Zuhause der Glanzflügelkolonie, bitte, wir müssen sie retten!“ Der Blick des Königs wurde hart. „Die, die dich verbannt haben, weil du jemandem helfen wolltest? Nein, das werden wir ganz sicher nicht!“ Zu Grace’ allergrößter Überraschung nickte auch Aaron. „Er hat Recht, Gracy. Wir können nichts tun. Und wenn ich es könnte, wollte ich es nicht. Es geschieht ihnen ganz recht.“ Seine Stimme klang verbittert. Ihr stiegen die Tränen in die Augen. „Habt ihr denn alle gar kein Herz? Wenn wir es wollen, können wir alles!“ Ohne, dass sie noch jemand hätte hindern können, schoss sie los, direkt auf die Menschen zu, und klatschte demjenigen, der das brüllende Ding, das ihren Baum zu zerstören drohte, in der Hand hielt, direkt über die Augen. Wieder diese dröhnende Stimme, scheinbar schrie er wütend auf. Der Lärm wurde nun fast unerträglich. Eine starke Hand packte sie und pflückte sie vom Gesicht des Menschen. Sie versuchte, sich zu befreien, doch es gelang nicht. In Todesangst schloss sie die Augen. Sie wartete auf den tödlichen Schlag, doch er kam nicht. Stattdessen polterte etwas, Schreie, sowohl von Menschen, als auch von Tieren, dann lockerte sich der Griff. Geistesgegenwärtig grub sie die Zähne in das weiche Fleisch. Blut quoll ihr in den Mund, sie konnte sich befreien. Sie blickte sich um. Das gesamte Luchsrudel lag am Boden und rang mit den Menschen. Aaron stand beim Astloch. „Raus! Raus!“, schrie er der Kolonie zu. Er wies ihnen mit dem Flügel die Richtung. „Fliegt! Nach oben, in die Baumwipfel!“ Die Glanzflügel gehorchten zu Grace’ großer Erleichterung. Sie wandte sich wieder den Gerangel zu. Einer der Menschen hielt noch die Säge in der Hand und fuchtelte damit herum. Dann ein Ratschen, als würde Fleisch zerreißen. Blut spritzte. Grace schrie auf, der Mensch erhob wieder die Säge. Rote Flüssigkeit tropfte von der surrenden Klinge. Er wollte damit auf den nächsten Luchs zielen, doch er hatte die Rechnung ohne Bobo gemacht. Todesmutig warf sich der Kleine gegen die Hand, die das Mordwerkzeug führte, und prellte sie ihm aus den Fingern. In hohem Bogen flog sie weg und fiel mit einem lauten Platsch in den Schlamm, wo sie stumm liegenblieb. Der Mensch rappelte sich hoch. Sofort waren drei, vier Luchse zur Stelle und versperrten den Weg zu seiner Säge. Sie knurrten und fletschten die Zähne. Eingeschüchtert wich der Mensch zurück. Nun befreite sich auch der andere und rief etwas, das Grace nicht verstehen konnte. Der andere nickte. Beide liefen los, so schnell sie nur konnten und trotzdem erbärmlich langsam. Sie bewegten sich in die Richtung ihrer Metallmaschinen, rissen eine Tür auf und ließen das Ding aufheulen. Es rauchte und bewegte sich von ihnen weg. Grace starrte ihm hinterher, bis es zwischen den Bäumen verschwunden war. Für einen Augenblick konnte sie nichts als Mitleid für diese Wesen empfinden, die selbst zur Fortbewegung noch Hilfsmittel brauchten. Doch das Gefühl wurde schnell von Hass überdeckt, als sie hinter sich jemanden vor Schmerz stöhnen hörte. Ihr fiel wieder ein, dass die Säge ja jemanden verletzt hatte. Sie wandte sich um und stieß einen schrillen Schrei aus. Das Wesen, das da tödlich verletzt und aus einer unglaublich riesigen Wunde blutend am Boden lag, war der König der Luchse. „Nein!“ Dieses Wort ununterbrochen stammelnd, flog sie auf ihn zu. Aaron und Bobo saßen neben ihm, die anderen, sowohl die Luchse als auch die Glanzflügel, hielten respektvoll Abstand. Grace ließ sich zwischen den beiden Jungen nieder. „König…was ist…?“ Mit trübem Blick sah er zu ihr. „Grace! Ich möchte dir noch einmal herzlich dafür danken, dass du Bobo gerettet hast, ich hoffe, ich habe meine Schuld jetzt ausreichend beglichen.“ „Das hast du. Mehr als genug“, flüsterte sie. „Nun, meine Zeit ist wohl gekommen…Bobo ist nun der rechtmäßige König…aber er ist noch so klein…ich weiß, er wird später ein guter König sein…lebt wohl!“ Dann erstarb seine Stimme. Er schloss die Augen, sein Kopf sank zurück. Drei salzige Tränen rollten noch über sein Fell, dann richteten sich Grace, Aaron und Bobo auf. Cara, Jean und Heidi ließen sich von ihren Ästen fallen und flogen zu ihnen herab. Cara schloss Grace in die Arme. Ein Weibchen tauchte auf, das ganz unverkennbar Aarons Mutter war. Er ähnelte ihr sehr…Jean ergriff das Wort. „Grace Carina Glanzflügel! Aaron Glanzflügel! Ihr habt euer beider Leben und das eurer neuen Freunde riskiert, um uns und unseren Baum zu retten. Dafür stehen wir tief in eurer Schuld und ich möchte euch mitteilen, dass wir bereit sind, euch wieder in die Kolonie der Glanzflügel aufzunehmen. Nicht nur das, ihr werdet am Ältestenrat teilnehmen. Ich glaube, wir können noch viel von euch lernen.“ Sie lächelte. Grace stieß einen Freudenschrei aus. „Hast du das gehört, Aaron? Sie nehmen uns zurück!“ Sie fiel ihrer Mutter um den Hals. Er lächelte wehmütig. „Ja, das tun sie. Und ich bin euch sehr dankbar für das Angebot“, sagte er zu en Ältesten. „Doch ich kann hier nicht mehr bleiben. Ihr habt mich grundlos verbannt und das kann ich euch nicht verzeihen, es tut mir leid.“ Grace klappte der Unterkiefer herunter. „Was?!“, keuchte sie. „Du hast doch keine Ahnung, wo du sonst hingehen solltest, oder?“ Aaron schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht mit Sicherheit, was aus mir werden soll. Ich weiß nur, dass ich weg muss. Ich denke, ich werde erst einmal bei den Luchsen bleiben und Bobo…ich meine Nightshade…beim Regieren unter die Arme greifen, bis er selber alt genug dazu ist. Das heißt, wenn die Luchse es erlauben?“ Er blickte in die Runde. Keiner sagte etwas dagegen, alle murmelten nur zustimmend. Schließlich ergriff ein ältestes Weibchen das Wort. „Wir würden uns sehr freuen, vorübergehend einen so tapferen Führer zu haben. Mein Sohn wäre stolz auf dich!“ „Dein Sohn?“ „Der König.“ Sie blickte zu Boden. Grace spürte, dass sie nicht darüber reden wollte, und wechselte das Thema. „Und dann? Was hast du danach vor?“ Aaron zuckte mit den Schultern. „Wer weiß? Vielleicht bleibe ich bei den Luchsen, vielleicht werde ich um die Welt reisen. Ich bin nicht so wie du für einen einzigen Ort geschaffen, ich brauche die Abwechslung. Doch das wird sich alles noch zeigen, bis dahin ist noch Zeit, viel Zeit. Ich wünsche dir Lebewohl, Mutter! Du wirst mir fehlen!“ Er schloss sie in die Arme. Sie weinte leise. Aaron ließ sie los. „Und du wirst mir auch fehlen, Gracy! Mach’s gut!“ Er umarmte auch sie noch einmal. „Ich sage euch allen Lebwohl! Vielleicht ist es ein Abschied für immer, vielleicht nicht. Komm mich mal besuchen, Gracy. Es ist nicht weit bis zur Luchshöhle!“ Er wandte sich um, ohne noch ein weiteres Wort zu sagen. Grace schmiegte sich eng an ihre Mutter und sah Aaron und den Luchsen hinterher, als sie sich auf die aufgehende Sonne zubewegten. versuchte benommen, sich aufzusetzen, doch etwas Schweres lag auf ihrer Brust. „Runter von mir, du Hirni!“, fauchte sie Aaron an und stieß ihn von sich. „Weißt du, was der dir eben um ein Haar getan hätte? Umgebracht hätte er dich!“, schrie er sie an. „Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass du etwas ganz Ähnliches vorhattest“, gab Grace zurück und fuhr sich mit den Flügeln über die Rippen. „Du hättest mich fast zerquetscht. Und er will ja nur spielen.“ Wieder bewegte sie sich auf den Luchs zu. Aaron seufzte genervt, doch er ließ sie machen. Sie würde schon sehen, was sie davon hatte. Grace konnte seine Reaktion auf das Baby überhaupt nicht verstehen. Männer! Haben einfach kein Einfühlungsvermögen!, dachte sie und streckte den Flügel aus. Der Luchs begann zu schnurren und wedelte spielerisch mit der Pfote. „Süßer Kleiner…ich werde dich Bobo nennen…“ Grace war so vertieft in ihr Getue mit dem Baby, dass sie an nichts anderes mehr zu denken schien, doch Aaron fiel plötzlich etwas ein. Er flog auf sie zu. „Grace, was machen wir, wenn seine Mutter zurückkommt?“ Ehe die Glanzflügelin antworten konnte, begann Bobo wieder zu schreien. „Maaamaaa!“ Er sprang von seinem Laubbett und verschwand zwischen den Büschen. „Ganz toll!“, fuhr Grace Aaron an. „Wirklich!“ Sie breitete die Flügel aus und folgte Bobo. Aaron setzte ihr nach. Er war etwas kleiner als sie und damit auch leichter und schneller. Er versuchte, ihr den Weg zu versperren, doch sie flog stur weiter. Wäre er nicht gerade noch zur Seite ausgewichen, hätte sie ihn gerammt. Dieser herzlose Stinkstiefel kann mich doch kreuzweise…, ging es ihr durch den Kopf. Sie sah das helle Fell des Luches im Dunkel des Waldes fast sofort. Er hatte sich hingesetzt und weinte. Neben ihm konnte Grace einen weiteren hellen Körper entdecken, der regungslos am Boden lag, ohne zu atmen. Das riesige Tier musste Bobos Mutter sein… Grace versuchte, herauszufinden, woran sie gestorben war, doch sie konnte nirgends eine Wunde oder etwas Ähnliches erkennen. Nur ein winziger Kratzer, aus dem das Blut nur so floss. Das musste sie umgebracht haben, auch wenn die Glanzflügelin sich das nicht erklären konnte. So eine winzige Verletzung… „Das waren die Menschen. Sie sind imstande, so eine kleine Wunde irgendwie tödlich zu machen“, hörte sie eine Stimme an ihrem Ohr. „Oh, Schnauze, Aaron, was verstehst du schon davon? Komm mit!“ „Wohin?“, fragte der andere Glanzflügel. Grace seufzte genervt. „Du doch nicht. Du findest den Weg heim schon allein, ich denke, nicht mal du wärst so bescheuert. Ich meinte den Kleinen!“ Aaron brauchte einen Moment, das zu verdauen. „Du willst ihn mitnehmen?“ Grace nickte gelassen. „Das ist Wahnsinn, du weißt, dass ein kleiner Fehltritt von dir reichen würde, um dich endgültig zu verbannen. Du stehst genau am Abgrund! Noch ein Schritt und du fällst!“ „Wozu kann ich denn fliegen?“, konterte sie. Aaron stöhnte. „Erst der Ring, du weißt, dass du nur noch bei der Kolonie bist, weil zufällig deine Eltern die Obersten Ältesten sind, Dorio und Cara. Aber nicht mal sie könnten dich da noch raushauen!“ Grace nickte. „Deshalb werden wir auch sagen, dass es deine Idee war.“ „Du bist doch nicht ganz…“ Doch da flog sie schon weg. „Du weißt doch nicht mal, was die fressen!“, rief er ihr nach. „Ich wünschte wirklich, er würde dich zur Vorspeise nehmen“, kam die genervte Antwort. Grace blickte sich um. Tatsächlich, der Kleine tapste ihr tollpatschig nach. „Ja, so ist’s gut, komm, Süßer“, gurrte sie. Im Hintergrund hörte sie Aaron seufzen, sie lächelte zufrieden. Ein bisschen hatte sie es wohl auch getan, einfach um nicht auf ihn zu hören…Vor ihnen näherte sich nach einiger Zeit der Baum, in dem die Glanzflügel ihre Höhle hatten. „Komm, Kleiner, jetzt müssen wir es geschickt machen, heimlich…“ „Gib dir keine Mühe!“ Eine schneidende Stimme zerriss die morgendliche Stille des Waldes. Grace sah auf. Am Eingang der Höhle hingen die Ältesten, alle drei. Cara, die Oberste Älteste, Jean und Heidi. Die beiden letzteren blickten streng und wütend auf sie herab, während Cara nur leise schluchzte. Zuvor hatt




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