Silverwing Story Blog – made by fairish.de.be

Welcome to our echo chamber.

Mira el mundo con los ojos de otro

[written by Issy]

 

Kapitel 1 : Ankunft in Cancun

“Willkommen in Cancun. Die aktuelle Außentemperatur beträgt 26 Grad und für den Rest des Tages ist purer Sonnenschein vorhergesagt. Die Ortszeit beträgt zur Zeit 9:50 Uhr. Bitte schnallen sie sich erst ab, wenn die Anschnallzeichen über ihnen erloschen sind. Ich möchte mich im Namen der Crew und des Kapitäns recht herzlich bei ihnen bedanken das sie mit Sol - Airlines geflogen sind. Haben sie einen schönen Aufenthalt hier im mystischen Land der Mayas .Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.”
Nachdem die Stewardess geendet hatte applaudierte ich gemeinsam mit den restlichen Passagieren und wartete nur darauf, dass die Anschnallzeichen endlich erloschen und ich meine Semesterfreien beginnen konnte.

Wo sind denn nur meine Sachen ? Fragend sehe ich mich in der Halle um. Das Fließband dreht jetzt schon zum dritten mal seine Runde und immer noch keine Spur von dem Gepäck. Da höre ich auf einmal eine Lautsprecherdurchsage :
“Senorita Liliana Rose Scarlete. Kommen sie bitte zum Informationsschalter am Ausgang B8.” Es wäre doch auch zu schön gewesen wenn ich einmal einen Urlaub hätte der ohne Zwischenfälle ablaufen würde. Sofort gehe ich zu dem besagten Schalter wo mich auch schon eine junge Frau erwartet.
“Senorita Liliana Rose Scarlete ?” fragt sie mich freundlich.
“Ja das bin ich. Was gibt es denn ?”
Jetzt kommt wahrscheinlich der unangenehme Teil der Geschichte, denn ich merke wie sie leicht errötet und das ihr die ganze Sache sehr peinlich ist.
“Ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihr Gepäck ausversehen in einem anderen Flugzeug gelandet ist. Es tut uns sehr Leid.” sagt sie und kuckt verlegen zur Seite.
Ich schließe die Augen und atme dreimal tief durch. Als ich sie wieder öffne merke ich wie mich die junge Frau besorgt ansieht, so als ob sie jeden Moment damit rechnet das ich wie eine Rakete hochgehe.
”Wann können die Sachen denn hier sein ?”
“Wir geben unser bestes senorita. Spätestens in den nächsten 15 Stunden ist ihr Gepäck wieder bei ihnen das verspreche ich. Haben sie denn eine Bleibe hier auf Yukatan ?” erkundigte sie sich.
“Nein. Ich will die Halbinsel mit einem gemieteten Geländewagen erkunden. Schlafen tue ich in einem Zelt das zur meiner Ausrüstung gehört.”
Die Frau am Schalter überlegte kurz bis sie dann fortfuhr.
“Ich machen Ihnen ein Vorschlag. Sie erholen sich erstmal in einem Hotel von dem langen Flug, für das wir selbstverständlich die Kosten übernehmen werden. Wenn ihre Sachen angekommen sind wird ein Mitarbeiter von uns es ihnen persönlich vorbei bringen.”
Ich sah sie verdutzt an.
“Wow ! Mit so viel Service hätte ich gar nicht gerechnet.” sagte ich und musste lächeln.
Die Frau schien sehr erleichtert über meine Reaktion gewesen zu sein, denn auch sie brachte ein lächeln hervor.
“Gut ich bin damit einverstanden.”


Als ich in dem kleinen Hotel nahe des Flughafens angekommen und die Tür meines Zimmers endlich hinter mir zu gemacht habe , ist meine erste Handlung : Eine schöne lange Dusche. Das Wasser ist sehr angenehm auf der Haut und der ganze Stress der letzten Stunden wird quasi weg gespült. Als ich fertig bin trockne ich erstmal mein langes gelocktes rotes Haar und creme mir das Gesicht ein. Dann betrachte ich mich noch kurz im Spiegel. “Hab ich etwa abgenommen ? Es scheint so. Jetzt ist nur noch ein kleines Bäuchlein zu sehen.” sage ich zu mir und merke wie ein grinsen über mein Gesicht huscht. Doch dann die leidige Geschichte mit der Augenfarbe. “Wieso muss ich ausgerechnet grüne Augen haben ? Es ist zum heulen. Wieso keine blauen wie mein Dad ? Das wärs doch. Aber nein ... der Ire war stärker. Danke Mama.” sage ich etwas enttäuscht und lege mich aufs Bett. Nach kurzer Zeit falle ich auch schon in einen tiefen Schlaf. Ich wusste gar nicht wie anstrengend Urlaub doch sein kann.

Vor mir sehe ich den weiten Horizont und unter mir das grüne Blätterdach des Dschungel. Aber wieso sehe ich das aus dieser Perspektive ? Oh mein Gott ! Ich fliege. Das muss ein Traum sein. Das kann nur ein Traum sein. Langsam wird es Nacht. Die Sonne ist schon fast untergegangen und die ersten Sterne erscheinen am Firmament. Was für ein wunderbares Gefühl das doch ist. Man fühlt sich so ... leicht und frei. Als ob man auf einmal alles erreichen könnte. Plötzlich erblicke ich vor mir eine riesige Pyramide. So eine wie sie die Mayas erbaut haben. Ich nehme oben an ihrem Tempel ein Bewegung wahr. Als ich näher dran bin erkenne ich einen Schwarm. Es handelt sich dabei um Fledermäuse. Es müssen so an die 300 Stück sein. Was hat das nur zu bedeuten ? Ich lande auf einer Lichtung wo sich ein Zenote befindet. Langsam nähere ich mich ihm und betrachte mein Spiegelbild. “Oh Gott ! Was ist das ?” frage ich mich erschrocken. Denn was mich da aus dem Zenote ansieht , dass bin nicht ich sondern eine .... eine .... Fledermaus.

Erschrocken und Schweiß gebadet wache ich auf. “Was war das nur für ein seltsamer Traum?”
frage ich mich und stehe auf. Dann klopft es an der Tür und ich fahre herum. Es ist 15:00 Uhr.
“Senorita Scarlette ?” höre ich eine männliche Stimme fragen. “Ich bin vom Flughafen und wollte ihnen ihr Gepäck vorbei bringen.”.
“Oh .... gut ich komme gleich.”sage ich und schlüpfe in meine kurze Hüft Jeans und mein grünes Top.
Dann gehe ich zur Tür und öffne sie. Ein großer gut aussehender Mann hält meine Sachen in der Hand und lächelt mich an.
“Hier bitte sehr. Ich hoffe sie sind nicht all zu sehr verstimmt über dieses Missgeschick ?“ fragt er mich und ich kann erkennen, dass es auch ihm unangenehm ist.
“No Problemo. Jetzt hab ich ja wieder alles und kann nun endlich meinen wohl verdienten Urlaub beginnen.”

Kurze Zeit später bin ich auch schon auf dem Weg zu dem Autovermietungsladen um meinen gemieteten Geländewagen abzuholen.”Gut das ich das noch zu Hause erledigt habe.” denke ich mir. Als alle Formalitäten erledigt sind, verstaue ich sogleich mein Gepäck in dem Wagen und fahre raus aus der Stadt. Kurze Zeit später bin ich auch schon auf der Autobahn und nach circa 150 km erscheint endlich das Schild welches mir die Richtung zu dem ersten Ziel auf meiner Tour zeigt : Chitzen Itza . “Hoffentlich schaffe ich es noch rechtzeitig. “ sage ich zu mir und geb Gas.


Kapitel 2 :Die Beere

Als ich endlich angekommen bin ist es auch schon 19:25 und gerade verlassen die letzten Besucher das Gelände und die Tore werden geschlossen. “Fuck !” sage ich etwas lauter als es
beabsichtigt war, denn einige Touristen drehen sich verwundert zu mir um. Oh Mann ! Is das peinlich. Ich steige aus dem Wagen und erkundige mich bei einem Wachmann ab wann das Gelände morgen wieder geöffnet ist.
“So gegen 9:00 senorita.”.
“ Muchas gracias !” antworte ich ihm und werfe noch einen kurzen Blick durch die Gitterstäbe. Chitzen Itza liegt so ruhig und friedlich da. Kaum zu glauben das es hier mal vor Hunderten von Jahren nur so von Menschen gewimmelt hat. Eine faszinierende Kultur die leider auf mysteriöse Weise verschwunden ist.

“Senorita.” höre ich jemanden sagen und schrecke aus meinen Gedanken.
“Si ?”
“Haben sie für heute Nacht eine Bleibe ? Der Dschungel ist gerade nachts sehr gefährlich.” Ich schüttele den Kopf.
“Nein. Ich hab ein Zelt bei mir in dem ich schlafe.”
Der Wachmann sieht mich an als ob ich einen Witz gemacht hätte.
“Das halte ich für keine gute Idee.” sagte er nach einer kurzen Pause. “Haben sie eine Karte dabei ?”.
Ich nicke und gehe zum Wagen um sie zu holen. Dann gebe ich ihm diese und er faltet sie auseinander.
“Sehen sie senorita. Wenn sie diesem Pfad folgen kommen sie in gut einer halben Stunde in ein Dorf. Die Leute da sind sehr freundlich und werden ihnen gerne eine Schlafgelegenheit geben. Sagen sie Dyego hätte sie geschickt und damit hat sich die Sache.”
Ich bedankte mich bei ihm und stieg dann gleich wieder in den Geländewagen um mich auf den Weg zu machen.

Wie Dyego gesagt hatte war ich in gut einer halben Stunde bei Dorf und wurde da von den Menschen freundlich empfangen. Eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm führte mich zu einer kleinen Hütte wo ich die Nacht verbringen konnte.
“Wenn sie wünschen senorita” sagte die Frau als ich meine Sachen ausgepackt hatte “können sie sich zu uns ans Lagerfeuer gesellen und den Geschichten der alten Männer und Frauen lauschen.”
“Ja Danke. Das ist sehr nett von ihnen.” sagte ich und folgte ihr.
Man bot mir sogleich einen Platz im Kreis und eine Schüssel Suppe an. “Ich hoffe doch das es eine ist.” denke ich mir und schon nach einigen Schlücken stelle ich fest, dass egal was es sein soll, lecker schmeckt. Kurz darauf erzählt auch schon ein älterer Mann mit langem grauen Haar eine Geschichte, die von der Jagd handelt. Alle lauschen gespannt seiner Erzählung und auch ich bin seinem Bann erlegen. Zum Glück habe ich spanisch schon sehr früh gelernt und vor 3 Jahren hatte ich noch den Kurs Maya dazu genommen. Sonst wäre ich jetzt ziemlich aufgeschmissen und könnte mich mit den Menschen hier kaum verständigen. Als er geendet hat fängt eine Frau an zu erzählen. Ihre Geschichte handelt von einer Beere die einen Menschen in eine Fledermaus verwandeln kann. Nur das silberne Licht kann die Verwandlung rückgängig machen. “Was mag das silberne Licht nur sein und gibt es diese Beere wirklich ?” frage ich mich innerlich. Ach es ist ja nur eine Geschichte. Wer glaubt schon an so etwas ? Als das Feuer fast runter gebrannt ist erheben sich die Dorfbewohner um sich zur Ruhe zu legen. Auch ich bin diesem Gedanken nicht abgeneigt und gehe zu meiner Hütte. Gerade will ich hinein gehen als ich plötzlich ein rascheln im Dickicht hinter mir höre.
“Hallo ? Ist da jemand ?” rufe ich in die Nacht hinaus. Keine Antwort. “Muss wohl ein Tier gewesen sein.” versuche ich mir einzureden. Nichts weiter. Nun geh ich endlich hinein und lege mich in meinen Schlafsack , wo mir auch sofort die Augen zufallen.

“Liliana .... Liliana.”
“Ja ?”
“Liliana.”
“Wer ist denn da ?” Ich wache auf. Draußen ist es noch dunkel und das ganze Dorf liegt ruhig und friedlich im Dickicht des Dschungels da. “Da hat doch gerade jemand meinen Namen gerufen.” verwundert stehe ich auf und gehe nah draußen.
“Liliana.”
Da schon wieder.
“Wer ist da und was willst du von mir ?”
Ich gehe zum Wagen und hole meine Taschenlampe. Dann laufe ich so leise wie möglich zurück zur Hütte und warte. Da ... ein rascheln. Ich schlucke. Oh Mann. Was geht denn hier nur vor sich ?

“Komm zu mir. Folge meiner Stimme.”
“Das soll wohl ein Witz sein. Komm lieber raus oder ich wecke das gesamte Dorf auf du Spinner. Komm du doch zu mir.”
Lange Zeit rührt sich überhaupt nichts und langsam aber sicher überlege ich ob ich mir das nicht alles eingebildet habe da merke ich wie sich meine Beine bewegen ohne das ich das will. “Uno momento. Was soll das ? Sofort aufhören.” sage ich, aber ich kann überhaupt nichts ausrichten. Ich werde immer schneller und schneller. Wie eine Rakete renne ich durch den nächtlichen Dschungel. Kurz vor einer Lichtung komme ich endlich zum stehen. Dankbar setze ich mich auf den Boden und reibe mir die Beine die nach diesen Trip ziemlich schmerzen. Nach einer kleinen Verschnaufspause stehe ich wieder auf und blicke mich um. Ich befinde mich mitten im Urwald auf einer Lichtung. Vor mir ist ein kleiner See. Nein halt .... das ist kein See, dass ist ein Zenote. Wie in meinem Traum. Was hat das alles nur zu bedeuten ? Unsicher laufe ich umher bis mir ein Busch mit Beeren ins Auge fällt. “Mmhhh .... die sehn aber lecker aus.” sage ich mir und pflücke einige davon. Eine kleine Stärkung nach diesem gerenne kann sicher nicht schaden. Genüsslich lasse ich es mir munden. Plötzlich fange ich an zu husten und zu würgen. Oh nein die waren doch wohl nicht etwa giftig ? Ich merke wie mir schwindelig wird. Alles dreht sich und ich bekommen Bauchkrämpfe. Zusammen gekauert liege ich auf dem Boden. Mir ist so übel und heiß. Ich bekommen nur schwer Luft. ”Ist das mein Ende ? “ sind meine letzten Gedanken als die Welt um mich herum auch schon schwarz wird.


Kapitel 3 : In einem anderen Körper

Wo bin ich .... hab ich das nur geträumt ? Mit einem pochendem Schmerz im Kopf wache ich auf. “Was ist denn nur passiert ? “ frage ich mich. Da fällt es mir plötzlich wieder ein. Die Stimme .... der Lauf durch den Dschungel .... die Beeren. Um mich herum wird die Welt langsam hell. Die Sonne kündigt sich schon am Horizont an und die ersten Vögel stimmen ihr morgendliches Lied an. Ich habe durst. Langsam stehe ich auf und gehe zum Zenote um diesen zu stillen. Das ist ja merkwürdig. Entweder bin ich geschrumpft oder die Umgebung um mich herum ist über Nacht gewachsen. Alles sieht auf einmal so groß aus. “Ach ... vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Nach dem ich mich ein bisschen erfrischt habe sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.” sage ich voller Zuversicht. Ich beuge mich über das Wasser und trinke davon. Das tut gut. Dann stecke ich meinen Kopf in den Zenote und halte die Luft an. Diese kühle und frische. Das nenn ich mal eine richtige Wohltat. Als ich wieder hochkomme und mein Spiegelbild betrachten will, reibe ich mir die Augen. Bitte als es nicht wahr sein. Wie in meinem Traum. Das was ich da sehe, dass bin nicht ich sondern eine .... eine .... Fledermaus.
Nun kucke ich na mir runter und sehe die Bescherung : Ich habe ein weißes Fell, rötliche Flügel und rotes Haar, eine Schnauze mit spitzen Zähnen und Krallen statt Nägeln. “Ich muss träumen. Bitte Gott sag mir das das nur ein böser Traum ist.” sage ich und kneife mir in den Oberarm. Aua ! Nein es ist kein Traum .... es ist Wirklichkeit. Oh Fuck !!!

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt habe, versuche ich das beste daraus zu machen. Immerhin kann ja nicht jeder von sich behaupten einmal eine Fledermaus gewesen zu sein. Wenn ich schon mal so eine Gelegenheit habe dann muss ich diese natürlich voll ausnutzen. Mmhhh .... wie geht das wohl mit dem fliegen ? Bei den Kerlchen sieht das ja ziemlich leicht aus. Ich strecke meine Flügel und hebe meine Arme auf und ab. Ich werde immer schneller, aber außer viel Staub auf zu wedeln passiert nichts weiter. Versuchen wir was anderes. In meiner Nähe befindet sich ein Baum. Nach einer kurzen Klettertour befinde ich mich auch schon in stattlicher Höhe. Bestimmt so an die 14 Meter. Nun gehe ich vorsichtig auf den Ast. “Scheint stabil zu sein.” sage ich und gehe immer weiter vor. Gerade als ich loslegen will rutsche ich aus. Nur mit Müh und Not kann ich mich an einer Liane festhalten. “Oh Mann ! Das wäre beinahe schief gegangen.” Plötzlich merke ich wie sich die Liane bewegt und an ihrem Ende sehen mich auf einmal zwei gelbe Augen mit schwarzen Schlitzen an. Eine Schlange. “

Ok Liliana. Ganz ruhig. Nicht die Nerven verlieren.” versuche ich mir einzureden. Aber das ist leichter gesagt als getan. Was sieht mich dieser zu groß geratenen Wurm so komisch an. Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. “Oh nein. Denk nicht mal im Traum daran du Ekel. Ich bin kein Snack für zwischen durch.” Kaum habe ich diese Worte ausgesprochen, fängt das Ding sich auch schon an zu bewegen. Alles oder nichts lautet jetzt die Devise. Ich sehe nach unten in die Tiefe. Also gut. Ich atme dreimal tief ein und spreche noch mal ein Vater-unser und lasse mich dann mit zusammen gekniffenen Augen fallen. Wie aus Reflex breite ich meine Flügel aus und schlage mit ihnen. Dadurch gewinne ich immer mehr an Höhe. Nach einer Weile
öffne ich endlich wieder die Augen. Was ich nun sehe raubt mir fast den Atem. Vor mir erstreckt sich Kilometer weit der grüne Dschungel. Die Sonne streichelt meine Flügel und der Wind weht mir ums Gesicht. Wie in meinem Traum. Nach einiger Zeit entdecke ich am Horizont eine Art Stein Gebilde. Was mag das nur sein ? Da fällt es mir plötzlich wieder ein. “Die Pyramide. Aber das kann doch kein Zufall sein. Oder doch ? “ frage ich mich und merke das meine Stimme unsicher klingt.

Kapitel 4 :Hernandes Davega
In einiger Entfernung lasse ich mich nieder und beobachte meine Umgebung. Nichts bedrohliches liegt in der Luft. An mein Ohr gelangen die typischen Geräusche des Dschungels. Langsam nähere ich mich der Pyramide, aber nur so nah wie mir das Dickicht Schutz bietet. Erst jetzt erkenne ich ihre Majestätische Größe und Pracht. Es ist wunderschön und für einige Augenblicke vergesse ich zu atmen. Plötzlich höre ich ein rascheln und knacken im Unterholz. Ein Gepard pirscht unter mir vorbei auf der Suche nach Beute.
“Wer seit ihr ?” höre ich hinter mit eine tiefe Stimme fragen.
Erschrocken fahre ich herum und blicke in die schönen Saphir farbenen Augen eines Fledermaus Mannes.
“Oh ... ich ... ich” beginne ich zu stottern “ich habe mich verflogen und weiß nicht wo ich bin.” Er sieht mich weiter mit seinen tief dringenden Augen an und ich merke wie mir plötzlich ganz komisch wird . Nach einem kurzen Stillschweigen fängt er wieder an zu sprechen.
“Nun senorita. Ihr befindet euch im Königreich von Alonso Juanes. Der Herrscher des gesamten Dschungels.”
“Und wer seid ihr ?”
“Ich bin sein Sohn Prinz Hernandes Davega.” er verbeugt sich vor mir. “Gestattet mir das ich euch zur königlichen Pyramide geleite. Ihr werdet schon erwartet.” Ich sehe ihn verwundert an.
“Ich werde schon erwartet ? Von wem und warum ?”
“Ich weiß nur das unser Hohepriester Merlinius mit euch reden will. Warum kann ich euch auch nicht sagen und nun lasst uns los fliegen bevor wir noch Beute von anderen Tieren werden.” Als er dies sagte muss ich anfangen zu lachen.
“Was ist daran so komisch ?”
“Verzeiht Hoheit aber mir ist heuet beinahe so etwas passiert. Ich hielt ein Schlange für eine Liane und hätte fast als Imbiss geendet.” Er sieht mich nur verdutzt an und fliegt los. Er hat eine sehr impulsante Erscheinung. Sein Fell ist dunkelblau und seine Flügel lila. Er hat langes blaues Haar mit weißen Strähnen und einen süßen Kinnbart der ebenfalls blau ist. Zudem hat er auch noch einen durchtrainierten Körper und Sexapeal. Junge Junge. Wenn das mal kein Leckerbissen ist. Halt .... was rede ich denn da ? Er ist eine Fledermaus und ich bin ein Mensch. Na gut ein Mensch der zur Zeit in dem Körper einer Fledermaus ist aber trotzdem. Sofort versuche ich diese Gedanken zu verbannen, als er sich auch schon umdreht.
“Wie heißt ihr eigentlich ?”
“Liliana Rose.” Ich merke seinen Blick der etwas iritiert zu sein scheit. Gerade will er etwas sagen als ich ihm auch schon zuvorkomme
“Ich weiß. Es ist kein üblicher Name aber beschwert euch bei meiner Mutter. Die hat sich denn ausgesucht.”
Er lächelt und schon wieder spüre ich dieses komische Gefühl. Was ist das nur ?

Vor uns steigt die Pyramide empor und ich sehe die königliche Wachen auf uns zufliegen. “Euer Hoheit ! Wir haben euch schon vermisst. Wo wart ihr und wer ist eure Begleiterin ?”
“Ich brauchte nur mal etwas Zeit für mich und sie “ er deutet auf mich “hat sich verirrt.” “Verstehe. Euer Vater will euch sofort sprechen.”

Hernandes nickt und gibt mir ein Zeichen ihm folgen. Als wir im inneren der Pyramide sind bin ich noch erstaunter. Die vielen Gänge und Kammern. “Überall könnten versteckte Fallen und Schalter sein.” denke ich mir und muss unwillkürlich an Indianer Jones denken.
“Warte hier kurz.” sagt Hernandes zu mir.
Ich hänge mich an die Decke und lasse nochmal die Ereignisse der letzten Zeit Revue passieren. Ich kann nicht glauben, dass das wirklich alles passiert. Wieso denn nur ausgerechnet ich ? Hoffentlich kann mir dieser Hohepriester Merlinius Antwort geben.
“Liliana. Du kannst rein kommen.” vernehme ich plötzlich die Stimme des Prinzen und lasse mich fallen.
Mit gekonnten Schlägen fliege ich in die Königskammer und lasse mich vor dem Thron nieder. Hernandes ist seinem Vater, dem König, wie aus dem Gesicht geschnitten, nur das sein Haar schon etwas ergraut ist. Aber dennoch ist er ziemlich attraktiv für sein Alter. Muss wohl in der Familie liegen. Ich verneige ich mich warte .


“Ihr seit also Liliana. Die Auserwählte.”
Ich sehe ihn verdutzt an.”Ich denke schon.“ antworte ich unsicher.
Der König erhebt sich und kommt auf mich zu.
“Soll das heißen ihr wisst nicht einmal was von eurer Bestimmung ?” sein Blick scheint mich zu durch bohren.
“Nun ja euer Hoheit” fange ich an “ich war nicht immer eine Fledermaus. Noch vor wenigen Stunden war ich in meinem richtigen, also in meinem menschlichen Körper. Dann habe ich eine Beere gegessen die mich in die verwandelt hat die nun vor euch steht.”
Ich ringe mich zu einem lächeln durch , doch der König zeigt keine Reaktion. “Is det aber ne Miesmuschel.” denke ich mir.
“Hernandes. Geleite die senorita zu Merlinius.”
“Jawohl Vater.” Der Prinz fliegt voraus und ich folge ihm.

Nach einigen Minuten gelangen wir an die Spitze der Pyramide, wo sich der Tempel befindet.
“Merlinius ... hier ist sie.”
Er wendet sich mir zu “Wenn ihr alles besprochen habt und du dich ausgeruht hast, kannst du wieder nach Hause gehen.”
Ich fange an zu lachen. “Natürlich. Und wie soll ich in dieser Gestalt wieder zu meines gleichen gehen ?” frage ich ihn und tippe mit meinem Zeigefinger an die Stirn.
Jetzt fängt er an zu lachen. “Du hast echt gedacht das du für immer eine Fledermaus sein wirst ?”
“Ja ... ich dachte schon.” sage ich und dann mit großer Erleichterung “Soll das etwa heißen, dass ich mich wieder zurück verwandeln kann ?”
Hernandes nickt und ich falle ihm um den Hals.
“Das ist ja wundervoll. Klasse. Spitzenmäßig. Ich ...” plötzlich halte ich inne und werde rot. “Oh Pardon ich wollte ... ich hatte nicht vor ... ich ....” bringe ich stotternd hervor .
“Ist schon in Ordnung. Passiert mir ja nicht jeden Tag das mich jemand umarmt.”
Für einige Sekunden sehen wir uns tief in die Augen bis eine Stimme den Augenblick durch bricht.
“Prinz Hernandes. Ich dachte schon ihr ....” der Hohepriester sieht abwechselnd von mir zu dem Prinzen “würdet nicht kommen.”. Merlinius räuspert sich und fragt etwas unsicher “Stör ich gerade ?” Ich lasse Hernandes los und sehe verlegen zur Seite. Auch der Prinz ist leicht errötet.
“Nein ihr habt nicht gestört. Das hier ist Liliana.” stellt er mich vor. Ich nicke zum Gruß.
“Ahh ! Na das wurde aber auch Zeit. Komm zu mir mein Kind.” Ich tue wie mir geheißen.
“Dann werde ich euch mal alleine lassen. Mein Vater wünscht das ihr nachher zu ihm Kommt Merlinius.”
“Ja Ja natürlich.” antwortet dieser etwas genervt und bringt mich in den Tempel.
Miguel sieht den beiden nochkurz nach und fliegt dann in sein Gemach. Als er da ist wechselt er noch kurz ein paar Worte mit den Wachen und legt sich in sein Bett aus Blättern und Stoffresten. “Hoffentlich sagt sie ja. Hoffentlich sagt sie ja.” sind seine letzten Gedanken bevor er die Augen schließt und einschläft.


Kapitel 5: Meine Bestimmung.

Im Inneren führt mich Merlinius zu einem Loch in der Decke. Beide stehen wir für einen Moment da und sehen über das Blätterdach des Dschungels. Dann fängt der Hohepriester an zu reden.
“Siehst du den Dschungel ? Wie groß und prächtig er ist. Er ist eines der letzten Paradiese auf Erden und muss bewahrt werden.”
Ich nicke “Da stimme ich euch vollkommen zu, aber sagt mir Merlinius warum erzählt ihr mir das ? Hat es etwas mit meiner Bestimmung zu tun ?”
Er seufzt und sieht mich an.
”Hör mir gut zu Liliana. Du bist etwas ganz besonders unter euch Menschen. Nicht jeder besitzt die Gabe dazu sich in unser eins zu verwandeln.“ ”Aber ich dachte das könnte jeder. Man muss doch nur von der Beere essen und ...“
”Ja das schon“ fällt er mir ins Wort “aber nicht jeder verwandelt sich dann auch. Nur ganz wenigen, die unter einem bestimmten Stern geboren wurden, können das.”
“Und bei mir war das so ?”
“Ja. Es ist deine Bestimmung eine von uns zu sein. Du wirst die Königen des Lebens und der Harmonie sein. Dein Ziel ist es den Dschungel und die Menschen dazu zu bringen, dass sie im Einklang mit einander leben. Verstehst du was ich meine ?”
“Ja ... ich versteh, aber was ist mit meinen Eltern, meinen Freunden, mein gesamtes bisheriges Leben. Was ist damit Merlinius ? Ich kann doch das nicht alles aufgeben.”
Er wendet sich von mir ab und ich merke das er ein wenig entäuscht ist. “Das stimmt. Niemand kann dich dazu zwingen deiner Bestimmung zu folgen. Diese Entscheidung liegt ganz allein bei dir mein Kind.”
Ich lasse mir die Worte durch den Kopf gehen.
“Was wäre wenn ich mich anders entscheide und keine Königin werde ?”
“Dann würde die Harmonie und das Verständnis zwischen Mensch und Natur immer weniger werden. Der Dschungel würde immer mehr abgeholzt werden, die Flora und Fauna würde irgendwann ausgelöscht sein und die letzten Paradiese die die Erde noch hat wären für immer zerstört.”
Oh Mann ist das schwierig sich zu entscheiden. Dann fahre ich fort
“Und wenn ich mich entscheiden sollte bei euch zu bleiben, was wäre dann mit meinem anderen Leben ? Würde das überhaupt noch exestieren ?”
Merlinius fliegt nach unten und landet auf einem großen Stein der mit Schriftzeichen versehen ist. “Nein. Dein bisheriges Leben würde quasi gelöscht sein. Niemand würde sich an dich erinnern. Es wäre so als seist du niemals da gewesen.”
Ich muss schlucken. Das ist hart. Niemals da gewesen zu sein .... keine Erinnerung an einem zu haben. Mama ... Papa. Ich merke wie mir eine Träne die Wange hinunter läuft. “Reiz dich zusammen Lily.” sage ich streng zu mir.
“Bitte gib mir etwas Bedenkzeit.”
Der Hohepriester sieht zu mir hoch “Natürlich. Du bekommst alle Zeit der Welt.”
Ich lächle ihn an und fliege hinaus. Hinaus in den Dschungel dessen Existenz in meiner Hand liegt.

“Merlinius ? Merlinius seit ihr da ?”
“Oh mein Prinz. Was kann ich für euch tun ?”
“Ich wollte fragen was euer Gespräch mit Liliana ergeben hat ?”
“Sie bat um etwas Bedenkzeit und ist daraufhin in den Dschungel geflogen. Fragt mich baer bitte nicht wo sie sich zur Zeit aufhält.”
Erleichterung überkam Hernandes. Immerhin besteht noch ein wenig Hoffnung das sie ja sagt.
“Dann wollen wir nur hoffen das sie sich richtig entscheidet.” Der Prinz verabschiedet sich von dem Hohepriester und fliegt ebenfalls in den Dschungel. “Vielleicht finde ich sie ja. Ich hoffe nur das sie eine Entscheidung getroffen hat und oh bitte Zotz lass es dir richtige sein.” sagt er zu sich und versucht Lilianas Spur aufzunehmen.


Ich stehe am Rand des Zenote und betrachte mein Spiegelbild . Langsam gewöhne ich mich an den Anblick, aber könnte ich das auch für den Rest meines Lebens ? Oh Gott warum ist das nur so schwierig ? Plötzlich erfasst mich ein Windhauch und ich werde in die Luft gehoben. Er ist sanft und angenehm. Eine Stimme flüstert mir leise ins Ohr und ich atme tief ein.
“Wer bist ?”
“ Ich bin der Gott des Dschungels.”
“Dann hast du mich in jener Nacht gerufen. Habe ich die Träume auch dir zu verdanken ?” frage ich ihn und warte auf seine Antwort.
“Ja. Liliana du gehörst hier her und das weißt du wenn du ehrlich bist.”
“Ja ich weiß. Tief in meinem Herzen hab ich schon seit längerer Zeit gespürt, dass ich ein Teil in dem großen Plan bin.”
“Also hast du eine Entscheidung getroffen ? “
Ich schließe für einen Moment die Augen und höre nur auf den Schlag meines Herzens. Dann öffne ich sie wieder und antworte :
“Ja. Ich werde hier bleiben und meiner Bestimmung folgen. Ich werde die Königin des Lebens und der Harmonie werden und ich werde die Menschen dazu bringen mit dem Dschungel im Einklang zu leben.”
Ich höre den Gott lachen und spüre plötzlich eine unglaubliche Freude und Wärme in mir. Es war die richtige Entscheidung.

Nachdem ich mich noch ein wenig ausgeruht habe, mache ich mich auf den Rückweg zur Pyramide. Schließlich will Merlinius ja meine Antwort haben.
“Liliana. Lilinana. Warte!” höre ich plötzlich jemanden rufen und drehe mich um. Es ist Hernandes. Was will er nur ? Ich lande auf einem Ast und warte bis er angekommen ist.
“Warum die Eile mein Prinz ? Ist etwas passiert ?”
Hernandes scheint völlig außer Atem zu sein .
“Es war gar nicht so leicht dich hier zu finden. Ich wollte wissen wie du dich entschieden hast ?”
“Was glaubst du denn ?”
“Naja. Ich hoffe das du dich richtig entschieden hast” er nimmt meine Hände und sieht mich mit seinen Saphir blauen Augen an “und meine Königin wirst.”
Mir stockt kurz der Atem. Hat er da gerade meine Königin gesagt ?
“Ich soll deine Gemahlin werden ?”
Hernades nickt und lächelt. Mein Herz schlägt bis zum Hals. Ein Grund mehr sich richtigen entschieden zu haben. Ich lasse seine Hände los und gehe ein paar Schritte. Ich spüre seinen fragenden und unsicheren Blick im Rücken. Na dann wollen wir ihn nicht mehr länger foltern.
Ich drehe mich um und schenke ihm ein süßes Lächeln. Er kommt auf mich zu und nimmt mich in seine Arme.
“Ich werde dich immer lieben und dafür sorgen das du die glücklichste Königin der Welt sein wirst. Und damit fange ich heute schon an.”
“Was willst du denn machen ?” frage ich ihn, doch da ist es auch schon passiert. Er legt mir seinen Zeigefinger auf den Mund und versiegelt ihn mit seinen Lippen. Ich wünsche mir das er sich nicht so schnell wieder löst.




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